Tätigkeitsbericht 2013

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Vorwort

“Never doubt that a small group of thoughtful, committed citizens can change the world. Indeed, it is the only thing that ever has.”
— Margaret Mead (1901–1978), US-amerikanische Anthropologin
Quelle: Applewhite, Ashton ; Evans III, William R. ; Frothingham, Andrew (Hgg.) : And I quote : the definitive collection of quotes, sayings, and jokes for the contemporary speechmaker. – New York : St. Martin’s Press, 1992. – ISBN 0312068972.

Das Zitat wird häufig wiederholt, auch in unseren Tätigkeitsberichten: aber es trifft den Kern. Wir können es sowohl in unserer Vereinsarbeit als auch auf unseren Internetplattformen, unseren Wikis, beobachten.

Entwicklung des Projektes

Wikivoyage wird seit 2013 als „reiselustiges“ Schwesterprojekt der Wikimedia-Bewegung, zu der auch die Wikipedia gehört, betrieben. Nach dem Transfer der Datenbestände auf Server der Wikimedia Foundation und dem fast vollständigen Abschluss der Migrationsarbeiten ging am 15. Januar 2013, anlässlich des 12. Geburtstags der Wikipedia, Wikivoyage offiziell als Wikimedia-Projekt an den Start. Im Laufe des Jahres wurden neben den bestehenden sieben acht weitere Sprachzweige gestartet.

Es besteht die Hoffnung, dass mit diesem Projekt neue freiwillige Autoren sowohl für Wikivoyage, als auch für die ganze Wikimedia-Bewegung für die Mitarbeit gewonnen werden können.

Gemäß dem Vereinszweck hat und wird der Verein weiterhin die Communitys durch Projektarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit anderen gemeinnützigen Organisationen unterstützen. Die Server werden für Archivzwecke und die Umsetzung neuer Projektideen wie die Bereitstellung von Kartenwerkzeugen eingesetzt.

Vorstandsarbeit

Für das Jahr 2013 lag der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit wiederum in der verstärkten Internationalisierung und internationalen Wahrnehmung des Projekts und der technischen Unterstützung bei der Vernetzung zu anderen Wikimedia-Projekten wie dem Medienverzeichnis Wikimedia-Commons, zu den anderen Sprachzweigen von Wikivoyage und zum Datenbankprojekt Wikidata. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Wikivoyage-Sprachzweigen soll gefördert werden.

Der Vorstand

Der Vorstand beteiligte sich aktiv an den Vorbereitungen und Diskussionen, den Verein als thematische Organisation durch die Wikimedia Foundation anerkennen zu lassen. Das Anerkennungsverfahren konnte aber 2013 noch nicht abgeschlossen werden.

Die Etablierung des englischen Zweigs von Wikivoyage musste mit juristischen Mitteln verteidigt werden. Die Klage des US-amerikanischen Werbeunternehmens Internet Brands gegen die Wikimedia Foundation, Wikivoyage und zwei freiwillige Wikivoyage-Autoren sowie die Feststellungsklage der Wikimedia Foundation wurden im Februar 2013 mit einem Vergleich beigelegt. Mit der Klage, in der den freiwilligen Wikivoyage-Autoren geschäftsschädigendes Verhalten vorgeworfen wurde, wollte Internet Brands verhindern, dass der englische Zweig fortgeführt wird. Aufgrund der Feststellungsklage am Kammergericht des Staats Kalifornien in San Francisco wurde festgelegt, dass Internet Brands in keiner wie auch immer gearteten Form gegen das Projekt Wikivoyage vorgehen darf. Die Kosten des Verfahrens von etwa USD 300.000 wurden von der Wikimedia Foundation getragen. Im Ergebnis dieses Vergleichs wurde festgestellt, dass freie, unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlichte Beiträge nicht einem Webhoster gehören können.

Der Vorsitzende des Vereins, Stefan Fussan, stellte das Projekt auf der Wikimania 2013 in Hongkong und auf der Wikicon 2013 in Karlsruhe einer breiten Öffentlichkeit vor.

Der Vorstand unterrichtete seine Mitglieder ständig über seine Vorstandsarbeit in Newslettern per Email.

Mitgliederentwicklung

Der Verein hat derzeit elf Mitglieder. Der größte Anteil der Mitglieder kommt aus Deutschland. Weitere Mitglieder kommen aus Belgien, Kanada und Pakistan. Zusätzlich zu den Mitgliedern wird der Verein von freiwilligen (Volunteers, Supporter) Community-Mitgliedern unterstützt.

Community-Unterstützung

Auch im Laufe des Jahres 2013 hat sich Anzahl aktiver Autoren allmählich erhöht.

Das Projekt und der Verein werden auch von Community-Mitgliedern unterstützt, die nicht Vereinsmitglieder sind. Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben, die über das Schreiben von Artikeln hinausgehen. Einige von ihnen möchten wir an dieser Stelle erwähnen und ihnen danken:

  • Nicholasjf21, JamesA und Ina – Sie sind Vertreter der englischen Community und kümmern sich um den Wikivoyage-Twitter-Account.
  • Mey2008 – Er hat unsere Kartentools programmiert, die auf dem Vereinsserver laufen und die Artikel mit Kartenfunktionen ergänzen. Der Funktionsumfang wurde stetig erweitert. Neben Ortsdarstellungen können nun auch Routen eingetragen werden.
  • Andyrom78 – Er pflegt und betreut das italienische Wikivoyage technisch und strukturell.

Verschiedene Autoren kümmern sich um den Austausch und die Kommunikation zwischen den Sprachversionen, die auf auf dem Meta-Wiki Wikivoyage-Summit stattfinden.

Zusammenarbeit mit dem Wikimedia Deutschland e.V.

Die 2012 aufgenommene Zusammenarbeit mit dem Wikimedia Deutschland e.V. wurde fortgeführt. Der Wikimedia Deutschland e.V. förderte so die Teilnahme des Vereinsvorsitzenden an der Wikimanie 2013.

Veröffentlichung

Die Vereinsdokumente werden im Internet unter www.wikivoyage-ev.org in Deutsch und Englisch veröffentlicht.

Mitgliederversammlungen

15. Mitgliederversammlung (Online)

Die ordentliche Mitgliederversammlung, die vom 30. November 2013 bis 14. Dezember 2013 satzungsgemäß als Online-Versammlung durchgeführt wurde, war mit acht Mitgliedern beschlussfähig. Es wurden im Wesentlichen der neue Haushalt, das Protokoll der 14. Mitgliederversammlung und der Tätigkeitsbericht für 2012 bestätigt. Die Versammlung wurde darüber hinaus für die Erörterung der zukünftigen Wege des Vereins genutzt.

Finanzierung des Wikivoyage e.V.

Einnahmen und Ausgaben

Der Wikivoyage e.V. finanzierte sich im Jahr 2013 ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und private Spenden.

Die Einnahmen betrugen 1.117,87 Euro, die Ausgaben beliefen sich auf 1.377,89 Euro. Der größte Teil der Ausgaben kam durch die Miete zweier Internet-Servers (inkl. Domains) zustande (1.189,31 Euro). Weitere Ausgabenposten waren Gebühren für die Kontoverwaltung (188,58 Euro). Die Rücklagen für das Jahr 2014 betragen 173,21 Euro.

Die Einnahmen schlüsselten sich wie folgt auf:

Beiträge 248,35 €
Spenden 869,01 €

Die Ausgaben wie folgt:

Server 1.189,31 €
Kontoführung 188,58 €

Aufgrund der Gemeinnützigkeit des Vereins fallen keine Steuern an.

Kontoführung

Der Verein unterhält ein Konto bei der HypoVereinsbank (Unicredit) und ein Paypal-Konto, auf das ausländische Mitglieder ihre Beiträge und Spenden zahlen können. Die Einnahmen auf dem Paypal-Konto wurden Anfang 2014 auf das Konto bei der HypoVereinsbank übertragen.

Gemeinnützigkeit

Mit dem Freistellungsbescheid durch das Finanzamt Halle (Saale)-Nord vom 25. Oktober 2011 wurde dem Verein wieder seine Gemeinnützigkeit bestätigt.

Webpräsenz

Inhalte und Arbeitsweise

Der Wikivoyage e.V. betrieb 2013 zwei Internetserver unter der Domain wikivoyage-ev.org. Schwerpunkte waren die Bereitstellung von archivierten Wikisystemen zur gemeinschaftlichen Erarbeitung von Artikeln und Informationsmaterial über Länder, Regionen und Orte der Welt bis zum vollständigen Abschluss des Datentransfers auf die Server der Wikimedia Foundation und das Hosten von Kartenwerkzeugen.

Das Angebot von Wikivoyage richtet sich sowohl an Leser, die mehr über andere Orte und Länder erfahren wollen, als auch an diejenigen, die selbst eine Reise unternehmen wollen und nach eher praktischen Ratschlägen suchen. Eine verstärkte Bedeutung erhielten die themenspezifischen Artikel. Großen Fortschritt bekommen alternative und umweltfreundliche Reiseformen wie das Radfahren und Wandern. Zusätzlich zu diesen Artikeln werden regelmäßig aktuelle Nachrichten zum Tagesgeschehen in verschiedenen Ländern bereitgestellt.

Der Ausbau dieser Artikel ist unterschiedlich weit vorangeschritten, die Mitarbeit steht jedermann offen und erfolgt ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis. Alle Inhalte von Wikivoyage können auch in ihrer Gesamtheit vom Server heruntergeladen werden und auf Grund ihrer freien Lizenz (Creative-Commons-by-sa) auf unterschiedlichste Weise genutzt werden. Die Mitnahme auf Laptops zum Lesen ohne Internetverbindung wurde mehrfach praktiziert.

Alle Software-Anpassungen, die speziell für Wikivoyage entwickelt wurden, sind frei lizenziert und öffentlich zugänglich. Sie können vom Server www.mediawiki.org heruntergeladen werden.

Entwicklung der Webpräsenz

Die Web-Domain www.wikivoyage.org konnte auch im Laufe des Jahres 2013 eine Zunahme der Bekanntheit und damit auch der Seitenaufrufe und Rückverlinkungen verbuchen. Im Laufe des Jahres stieg die Anzahl der Sprachversionen von 7 auf 15 an. Hinzugekommen sind Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Rumänisch, Hebräisch, Ukrainisch, Griechisch und Vietnamesisch.

2006 startete Wikivoyage mit knapp 3.000 Artikeln. Im Juli 2013 folgte mit dem Artikel über das spanische Mataró der 10.000ste neu geschriebene Artikel. Im Juli 2013 wurde die Wikidata-Migration gestartet, die zu diesem Zeitpunkt die Verlinkung zu den anderen Wikivoyage-Zweigen und zur Wikipedia ermöglichte. Einen Monat später war auch der volle Zugriff auf die Datenbestände möglich.

Bilanz zum Jahresende

Zum Ende des Jahres gab es neben einer größeren Anzahl an organisatorischen Artikeln und Diskussionsseiten etwa 13.360 inhaltliche Artikel in deutscher Sprache. Der Text aller inhaltlichen Artikel hatte eine Gesamtgröße von 88 MB, also etwa 47.000 voll beschriebene DIN-A4-Seiten.

Technische Unterstützung

Trotz personell angespannter Lage im Bereich der Server-Administratoren konnte der Betrieb der Server sichergestellt werden. Es gab keine Serverausfälle.

Der ältere der beiden Server wurde am 31. Dezember 2013 außer Betrieb genommen. Alle Daten wurden archiviert.

Öffentlichkeitsarbeit

Der Vereinsvorsitzende, Stefan Fussan, nahm an der Wikimania 2013 in Hongkong vom 7.–11. August 2013 statt teil. Der gemeinsame Vortrag von James Heilman und Stefan Fussan zum Thema “Wikivoyage: Travellers helping travellers” („Wikivoyage: Reisende helfen Reisenden“) stieß auf reges Interesse. Im Vortrag wurden das neue Wikimedia-Schwesterprojekt, seine Community, Anfangsschwierigkeiten, mögliche zukünftige Entwicklungen sowie der Verein vorgestellt. Der Vortrag ist als Download verfügbar.

Mehrere Mitglieder des Wikivoyage e.V. und Autoren von Wikivoyage beteiligten sich an der diesjährigen WinCon 2013, die vom vom 22. bis 24. November 2013 am Karlsruhe Institut of Technology (KIT) stattfand. Die WikiConvention oder kurz WikiCon ist das Treffen der Communitys der deutschsprachigen Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte. Am Sonntag stelle Stefan Fussan das Projekt interessierten Teilnehmern vor. Am Rande des Treffens wurden zahlreiche Gespräche geführt, so z.B. mit Lydia Pintscher zum Stand und den zukünftigen Erweiterungen an Wikidata. Dabei wurde auch die Integration der vCard- bzw. Listing-Einträge in die Datenbank besprochen. Drei Vereinsmitglieder gaben am Abschlusstag auch ein kleines Interview, das auf YouTube zu finden ist.

Auf folgende Aufgaben wird sich der Verein in der nahen Zukunft konzentrieren:

  • Der Verein wird in seiner Arbeit auch von Freiwillgen unterstützt, die keine Mitglieder des Vereins sind. Um auf diese Möglichkeiten der Mitarbeit hinzuweisen, werden entsprechende Seiten auf Meta (Wikimedia), den Wikivoyage-Wikis und der Vereinsseite eingestellt.
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Sprachversionen mit dem Ziel
    • sich über einheitliche Richtlinien und Regeln zu verständigen,
    • redundante Arbeit bei geografischen Features zu vermeiden,
    • Design und Stil der Sprachversionen in grundlegenden Punkten zusammenzuführen,
    • kleinere Sprachversionen beim Aufbau ihrer Wikis zu unterstützen.
  • Bereitstellung einer menschlichen Schnittstelle zwischen den Communitys und den lokalen Wikimedia-Vereinen, um Projekte zu fördern und im Gegenzug auch von anderen Projekten wie „Wiki Loves Momuments“ zu profitieren.
  • Gewinnung neuer Vereinsmitglieder und Supporter.

Referenzen

Das Reiseführer-Projekt wurde auch 2013 in mehreren Hundert Presse- und Internetbeiträgen diskutiert. Sowohl auf Internet-Portalen als auch in gedruckten Medien war der Schwerpunkt der Start von Wikivoyage als Schwesterprojekt der Wikimedia-Bewegung. Nicht selten wünschten sich die Autoren, dass dem Projekt Wikivoyage derselbe Erfolg beschieden sein möge, wie dies bei der Wikipedia bereits der Fall ist. Dazu äußerte sich z. B. Rafat Ali auf Swift.com: „Es ist keine Frage: Reiseführer-Verlage sollten Wikivoyage fürchten, aber Reisende sollten sich freuen. Gebt ihm [Wikivoyage] aber etwas Zeit, eine nützliche Informationsquelle aufzubauen.“ Angesichts sinkender Autorenzahlen erhofft man sich mit Wikivoyage frischen Wind in der Gemeinde der freiwilligen Autoren. Dazu äußerste sich Alice Wiegand: „Die Wikipedia braucht neue Anstöße, um sich immer mal wieder selbst in Frage zu stellen, Regeln und Rituale zu überdenken.“

Der Vergleich im Rechtsstreit zwischen Internet Brands einerseits und der Wikimedia Foundation und Wikivoyage andererseits wurde mit großer Genugtuung aufgenommen. Stefan Mey erkennt hier sogar einen Wirtschaftskrimi, und er stellte fest: „Hinter den heftigen Streitigkeiten verbirgt sich einer der Hauptkonflikte im Internet: Wie kompatibel ist die Welt des unternehmerischen Gewinnstrebens mit der Idee des [freien] Allgemeinguts im Internet.“ Dazu formulierte Geoff Brigham in einem Blog-Beitrag: “We regard this settlement as a victory for the Wikimedia movement, and a vindication of our values and beliefs.”

Die Arbeit Freiwilliger an dem Reiseführer-Projekt könnte auch zu einer neuen Form politischer Anteilnahme in Städten und Gemeinden werden. Der Referent des Bürgermeisters für Wirtschaftsförderung, Christian Mainka, in Wennigsen beschrieb auf Politik.de das Bürgerbeteiligungsverfahren „Hohes Feld“: „Bürgerinnen und Bürger, aber auch Touristen verfassen gemeinsam und komplett ehrenamtlich Artikel über Sehenswürdigkeiten in unserer Gemeinde. Durch eine interaktive Karte konnten zusätzlich sämtliche Hotels dargestellt und abrufbar gemacht werden.“

Ein ausführliches Verzeichnis der Pressemitteilungen gibt es im Pressespiegel 2013.

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